Eine Baugrube, wie man sie aus dem alltäglichem Straßenbild kennt, wird aus ihrem Zusammenhang gerissen, als Installation an verschiedenen Orten aufgebaut und dort mittels Fotographien festgehalten. So ergibt sich im ersten Betrachten des Produktes, der Fotographie, eine Irritation: Ein gewohntes Objekt steht in einem verändertem Zusammenhang und in Wechselwirkung mit der ungewohnten Umgebung. Die Grube übernimmt durch ihr reines Sein von ihrer Umgebung Besitz und tritt mit ihr in einen ersten Konflikt. So erzeugt die vordergründige „Deplatziertheit" der Grube in Wechselwirkung mit ihrer Umgebung Spannung, eine erste, recht banale Irritation.

Die Plätze, an denen die Baugruben aufscheinen, stehen in einem sozialem Zusammenhang und spannen einen Bogen über Orte gesellschaftlicher Relevanz.

Auf den zweiten Blick zieht die Grube als Abbild, als greifbares Symbol die Aufmerksamkeit des Betrachters und den Spannungsbogen auf sich selbst.

Durch die bewusst gestaltete Vordergründigkeit nimmt sie ihre Umgebung in Besitz und tritt mit ihr in Wechselwirkung; als Polarität, als Ort eines Geschehens, eines Prozesses. Eine „Baustelle“ im Sinne eines Abgrunds, als etwas, das sich dem Blick einerseits zu entziehen versucht, und auf der anderen Seite als mögliches positives Signal einer Erneuerung/Aufarbeitung, eines Prozess der Entwicklung. Die Baugruben üben somit nicht eine übergreifende Kritik an einzelnen Institutionen/Plätzen, vielmehr liefern sie einen Denkanstoß, eine Erinnerung, dass sich eben jene Institutionen/Plätze in einem stetigen Wandel, einem ständigen Anpassungsprozess und einem „Mit-der-Zeit-gehen“ befinden.